Aus der Sicht eines TSV-Philosophen und Spielers (Florian Wittmann)

Zum Derby gegen Odenheim
empfiehlt sich folgender Reim:
Das Wetter war sonnig und warm,
bei manchem Spieler war dabei der Schwarm,
vor dem er sich gut präsentieren wollte,
was auch gut gelingen sollte.
Doch gemach, gemach,
der Reihe nach:
Gekommen waren viele Heimzuschauer,
sie machten Lärm über die ganze Spieldauer.
Das Gästevolk war in Besetzung stark angerückt,
allerdings nicht vom Spiel der Blauen verzückt
und deshalb waren die Unterstützer aus diesem Kaff
allesamt entsprechend schlaff.
Ihnen mangelte es an Durchschlagskraft,
vielleicht verwehrte ihnen Lothar den Gerstensaft.
Groß war - wie immer-  die Personalnot,
Stefan Ay hatte im Stafraum noch Flugverbot.
Andi Ay, mit modischem Kurzhaarschnitt,
verkündete seinen endgültigen Rücktritt.
Doch aufgeboten waren dennoch elf Leute
und diese spielten heute,
lange sehr gut mit,
verpassten aber den entscheidenden Schritt.
Hinten hatte unser Michael Rebel,
unser Abwehrfeldwebel,
häufig alles gut unter Kontrolle,
dreimal aber fielen seine Mannen aus der Rolle.
Das nutzte der blaue Gast zu drei Toren,
die sie - ganz unverfroren -
Josia ins Tor schossen.
Die Buben aus Odenheims Gossen
trafen sogar vom Mittelkreis,
als gäbe es dafür einen Extrapreis.
Doch zum Tor des Monats käme es nur,
wenn es davon gäbe eine Videospur.
Da es diese aber nicht gibt,
bleibt das Tor nur in Odenheim beliebt.
Beim zweiten Gegentreffer
fehlte bei uns der Abwehrpfeffer.
So ging es mit 0:2 in die Kabine,
doch dann dachte sich unsere Tormaschine,
das kann es doch nicht sein
und machte den Ball kurz vor Schluss schnell rein.
Zuvor hatten wir die beste Chance vergeben,
das sah man auch in Oschersleben.
Nach Foul an Lars Bühler gab's Elfmeter,
am Punkt war Michael Dieterle unser Vertreter
von Andi Ay, der seine Einwechslung erflehte,
am Rand schon ohne Hose durchdrehte.
Michael schoss dem Torwart stramm durch die Hos',
leider blieb der nicht regungslos.
Er krallte sich vor der Linie den Ball,
vor Schreck bekam der Trainergockel Durchfall.
Auch der Schütze war noch lange entsetzt,
er gab wieder alles, sein Motor war zerfetzt.
Weiter brachte Sven Bühler, unser Zaubermäuschen,
das Publikum durch seine Tricks aus dem Häuschen.
Seine Ballbehandlung war wunderbar, ja filigran,
sie glich dem schönsten Liebesroman,
nur Volkan Esen,
das bärtige Wesen,
vergaß beim Lesen,
dass er war auserlesen,
den Ball zu erhalten,
so ließ er sich vom Gegner zusammenfalten.
Nur einmal war Sven nicht im Bilde:
Als ein Ball traf sein Wahrnehmungsgefilde,
irrte er orientierungslos auf dem Platz umher,
das Auseinanderhalten von Blau und Grün fiel ihm da schwer.
Im Mittelfeld ging Marcel Strauß
heute nicht die Puste aus,
doch dort war er von Odenheimern umstellt
wie grüne Tulpen im Getreidefeld.
Sein Wirken war beherzt,
ganz und gar nicht rußgeschwärzt.
Selbiger Ruß hing manchem noch im Gesicht,
das zeigt klar das helle Licht.
Doch sie alle gaben alles, machten vieles toll,
das gab der Stadionsprecher so zu Protokoll.
Es kämpfte ferner Aljosha Keller,
doch unser nimmermüder Holzfäller
konnte auch die Gegentore nicht verhindern
und damit die Schmerzen der Zuschauer nicht lindern.
Michael Altdörfer spielte zwar auf neuer Position,
dennoch glückte die Transformation,
er behielt auf der rechten Seite die Übersicht,
sorgte beim Gegenspieler für Fußgicht.
Vor ihm agierte unsere dünne Ballerina,
mit Namen Kevin Krutina,
der über die rechte Seite huschte,
den Odenheimern das Spiel verpfuschte,
dem dann aber die Luft ausging,
als er in den Seilen hing.
Florian Wittmann kam für ihn auf's Feld,
wurde aber nicht zum Held,
denn der Ball, denn er schoss,
fälschte ab ein Odenheimer Koloss,
der sich todesmutig in den Schuss warf
und so verhinderte, dass Florian traf.
So bleibt noch von Jeremias Sorn zu berichten,
der sich in seinen Aufgaben und Pflichten
auf das Abwehren beschränkte,
dabei manchem Gegner die Füße verrenkte.
Bei Sebastian Steinbach
wurde mancher Gegner schwach,
Stone, der blonde Fels in der Brandung,
verhinderte meistens die Landung
seines kleinen Kontrahenten,
neben Stone glich der einem Graswurzelagenten.
Bleibt Josia Ockert am Ende,
um ihn rankt sich jetzt schon manche Legende.
Man sagt, er habe vier Arme an der Zahl,
diese bräuchte er allemal,
um die Gegentore zu verhindern
und unsere Sorgen zu lindern.
Am Ende war das Spiel verloren,
doch wir haben uns geschworen,
uns in Östringen auch so zu wehren
und denen das Leben zu erschweren.
Bei der Nachbesprechung, wo einige Getränke flossen,
entwickelten zwei Spielergenossen
einen sagenhaften Plan -
auch ohne Hilfe des Koran.
Doch Kevin und Aljosha wollen ihre Idee erst dann preisgeben,
wenn wir am Donnerstag bei der Spielersitzung einschweben.
Bis dahin müssen sie noch manches aushecken,
ihr Plan sei noch fehlerhaft an zwei , drei Ecken,
sagte Kevin dem Schreiber dieser Zeilen.
Nun sie müssen sich beeilen,
denn alle sind gespannt,
manch einer dabei ausgebrannt,
ob ihre Idee die Lösung ist
und wer dabei spielt den Protagonist.
Das waren ein paar Gedanken
zu Elfmetern und missglückten Flanken,
zu Foul und Kämpfen
sowie manchem Krämpfen,
die heute zu bestaunen waren
beim Einfall der blauen Barbaren.
Am Ende nahmen sie die Punkte mit,
das war wirklich nicht der Hit,
doch wir geben nicht auf
und legen in Östringen noch 'ne Schippe drauf.

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